Hans Aeschbacher, geboren am 18. Januar 1906 in Zürich, Schweiz, war ein bedeutender Schweizer abstrakter Bildhauer, dessen künstlerischer Werdegang eine bemerkenswerte Entwicklung durchlief [1]. Ursprünglich als Drucker ausgebildet, begann Aeschbacher seine künstlerische Laufbahn als Autodidakt [1][3]. In den 1920er Jahren, inspiriert von den Meisterwerken in Rom, wandte er sich zunächst der Malerei zu und schuf Landschaften und Porträts [3]. Diese frühe Phase seines Schaffens war geprägt von figurativen Darstellungen, insbesondere dem weiblichen Torso, der ein zentrales Thema seiner grafischen Arbeiten wurde [3]. Im Jahr 1936, im Alter von etwa 30 Jahren, vollzog Aeschbacher einen entscheidenden Wandel und begann sich der Bildhauerei zu widmen [1][3]. Seine ersten skulpturalen Werke waren vorwiegend aus Terrakotta und Gips gefertigt und noch stark der figürlichen Darstellung verhaftet [1][6]. Diese frühen Skulpturen orientierten sich an der griechischen und ägyptischen Bildhauerei [3]. Ein wichtiger Wendepunkt in Aeschbachers künstlerischer Entwicklung trat 1945 ein, als er begann, fast ausschließlich mit Stein zu arbeiten [1]. Seine Skulpturen wurden zunehmend abstrakter und geometrischer, wobei sie oft beachtliche Größen erreichten [1]. In den frühen 1950er Jahren experimentierte Aeschbacher mit hohen Stelen von geometrischer, prismatischer Form, die sich durch eine reduzierte Basis auszeichneten und nach oben hin größer wurden [3]. Diese Phase markierte seinen Übergang zu einer abstrakteren Formensprache [3]. Mitte der 1950er Jahre begann Aeschbacher, vorwiegend mit vulkanischem Gestein zu arbeiten, was zu einer Veränderung in seinem Stil führte [1]. Seine Skulpturen wurden flüssiger und kleiner, bevor sie Ende der 1950er Jahre wieder zu einer eckigeren und größeren Form zurückkehrten, mit Werken von bis zu 4,6 Metern Höhe [1]. Ab den 1960er Jahren erhielt Aeschbacher zahlreiche Aufträge für öffentliche Skulpturen in Zürich, Bern und im Ausland [2]. Seine abstrakten Skulpturen, die ihren Ursprung in der menschlichen Figur hatten und eine Beziehung zur Architektur suchten, gingen einen anregenden Dialog mit ihrer Umgebung ein [2]. Ein Beispiel dafür ist sein Werk “Explorer I”, das am Flughafen Zürich zu finden ist [1]. In den späten 1960er Jahren experimentierte Aeschbacher mit offenen Bogenformen, und ab 1972 begann er auch mit Acrylglas zu arbeiten [3]. Sein künstlerisches Schaffen wurde international anerkannt, was sich in Ausstellungen auf der Biennale von Venedig 1958 und 1968 sowie auf der documenta in Kassel 1959 und 1964 widerspiegelte [3]. Aeschbacher erhielt mehrere Auszeichnungen für sein Werk, darunter 1947 den Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis, 1966 den Hans-Arp-Preis, 1973 den Ehrenpreis des Kantons Zürich und 1977 den Kunstpreis der Stadt Zürich [3]. Sein gesamtes malerisches Œuvre umfasst 190 Werke [3]. Hans Aeschbacher blieb bis kurz vor seinem Tod am 27. Januar 1980 in Uster künstlerisch aktiv [1][3]. Sein Lebenswerk zeichnet sich durch eine kontinuierliche Entwicklung von figurativen zu abstrakten Formen aus, wobei er stets die inhärenten Eigenschaften seiner Materialien, insbesondere des Steins, zu offenbaren suchte [2]. Aeschbachers Skulpturen, die oft als Stelen vertikal in den Raum ragen, sind charakteristisch für seinen reifen Stil und haben einen bleibenden Einfluss auf die Schweizer Kunstszene hinterlassen [2][3].