Hans Trudel, geboren am 24. Oktober 1881 in Zürich, war ein bedeutender Schweizer Bildhauer, Maler und Holzschneider, dessen künstlerischer Werdegang eng mit der Stadt Baden verbunden war [4]. Trudel wuchs in Ellikon auf und zeigte schon als Kind ein ausgeprägtes Talent für das Zeichnen. Seine berufliche Laufbahn begann er jedoch nicht in der Kunst, sondern absolvierte zunächst eine Lehre als Maschinenzeichner bei Sulzer in Winterthur [4]. Im Jahr 1904 wechselte er auf Empfehlung von Eric Brown zu Brown, Boveri & Cie. in Baden, wo er als Maschinenkonstrukteur tätig war[4]. Trudels künstlerische Berufung wurde 1909 durch den Besuch einer Hodler-Ausstellung in Zürich geweckt, was er in seinem Tagebuch festhielt [4]. Neben seiner beruflichen Tätigkeit begann er, sich unter dem Einfluss des Jugendstils als Maler, Zeichner und Grafiker zu betätigen und präsentierte seine Werke der Öffentlichkeit [4]. Seine frühen grafischen Arbeiten fanden bereits 1914 Anerkennung, als sie auf einer Ausstellung der Münchener Secession gezeigt wurden [4]. Mit Unterstützung von Führungskräften seines Arbeitgebers erhielt Trudel 1915 ein Stipendium, das ihm ein Studium bei Edmund von Hellmer an der Akademie der bildenden Künste Wien ermöglichte [4]. In dieser Zeit gestaltete er auch Parkanlagen für einen Herrn von See aus Wien, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten [4]. Nach seinem Studium wandte sich Trudel zunehmend der Bildhauerei zu und arbeitete als freischaffender Künstler [4]. Die Erlebnisse des Ersten Weltkriegs beeinflussten seine künstlerische Entwicklung stark und führten ihn zum Expressionismus [4]. Besonders seine Holzschnitte erregten Aufmerksamkeit und fanden das Interesse des Berliner Verlegers Paul Cassirer [4]. Trudel liess sich in Baden nieder, wo er in einem Altstadthaus an der Oberen Halde lebte und arbeitete [4]. Dieses Haus ist heute als Trudelhaus bekannt und dient als Ort für Kunst und Kultur [4]. Trotz seiner künstlerischen Bedeutung hatte Trudel in Baden einen schweren Stand. Seine Figuren wurden von den konservativen Bürgern der Stadt oft verachtet und wegen ihrer Nacktheit abgelehnt [4]. Trudel galt als Aussenseiter und führte ein mühsames Leben [4]. Dennoch hinterliess er im öffentlichen Raum von Baden zahlreiche bildhauerische Werke [4]. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen das “Tränenbrünneli” an der Limmatpromenade (1918), “Der Flieger” am unteren Bahnhofsplatz (1925) und der “Löwenbrunnen” vor dem Stadtturm [4]. Trudel war seit 1907 mit Pauline Frey verheiratet, der Tochter des Badener Stadtförsters [4]. Ihre Tochter Sally Ernst-Trudel (1908-1995) wurde ebenfalls Künstlerin [4]. Trudels Werk umfasst neben Skulpturen auch zahlreiche Druckgrafiken, darunter eine Serie von neun Holzschnitten mit Männerporträts (1919-1938) [4]. Zu Lebzeiten oft verkannt, wird Hans Trudel heute als wichtigster Badener Künstler angesehen [4]. Seine Werke prägen nach wie vor das Stadtbild von Baden und sind Zeugnisse seines künstlerischen Schaffens [6]. Hans Trudel verstarb am 2. Juni 1958 in Zürich [4]. Sein künstlerisches Erbe wird in verschiedenen Ausstellungen gewürdigt, darunter Retrospektiven in der Galerie Rauch (1961) und im Trudelhaus Baden (1981, 2010) [4]. Heute erinnert das nach ihm benannte Trudelhaus an sein Wirken und dient als lebendiger Ort für zeitgenössische Kunst [2].